1938 - 1945

Am 24. Juli 1938 fand in Grafendorf ein Feuerwehr-Gautag statt, zu dessen Anlass eine Schauübung mit militanter Durchführung abgehalten wurde.
Nach der Auflösung des Veteranenvereines musizierte die Musikkapelle als Feuerwehrkapelle, bis zu Beginn des 2. Weltkrieges ein eigenständiger Musikverein gegründet wurde.

Am 21. August 1938 wurde das 50jährige Gründungsfest der freiwilligen Feuerwehr unter dem Festobmann Anton Weidinger abgehalten.

Auszüge aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 6. Jänner 1946

Der Bürgermeister und Wehrführer Anton Weidinger eröffnete die sehr gut besuchte Wehrversammlung und begrüßte die erschienen Wehrkameraden. Der Wehrführer schilderte in seinen Ausführungen die gegenwärtige Lage der Wehr, machte einen Blick in die Vergangenheit und auch in die Zukunft. Gleichzeitig streifte er auch die politisch kritische Zeit von 1935 bis 1938, welche auch in der Feuerwehr zu Zersetzungen führte, die aber doch schrittweise überwunden werden konnten.

Der Wehrführer erstattete einen ausführlichen Bericht seit seiner Übernahme im August 1944, als der damalige Wehrführer Karl Maierhofer die Gemeindegeschäfte übernommen hatte und daher die Wehrführung dem damaligen Führer der LS-Einheit (Luftschutzeinheit) Anton Weidinger übertrug. Diese Luftschutzeinheit bestand aus 10 Mann und 10 Reservemännern, welche auf das Beste ausgerüstet und geschult waren. In den letzten Kriegsjahren mussten in jeder Woche mindestens zwei Übungen der LS-Einheit durchgeführt werden.

Auch Wehrhelferinnen wurden dienstverpflichtet, geschult und ausgerüstet. Weiters gab der Wehrführer bekannt, dass im Laufe des Krieges die Luftschutzeinheit bei Fliegeralarm bis zur Entwarnung in Alarmbereitschaft treten musste.

Vom Februar 1943 bis April 1945 war die Wehr 208mal wegen Fliegeralarm in Alarmbereitschaft getreten.
Die durch die Notdienstverpflichtung dienstverpflichteten neun Feuerwehrhelferinnen wurden aus der Feuerwehr entlassen und ihre Dienstverpflichtung aufgehoben. Der Wehrführer dankte für die pflichtbewusste Mitarbeit und ersuchte sogleich, auch für die Zukunft der Wehr das größte Interesse zu schenken und dieselbe zu unterstützen.

Der Wehrführer gedachte in rührenden Worten der verstorbenen Wehrkameraden sowie derer, die im 2. Weltkrieg gefallen oder vermisst waren sowie den zivilen Opfern der Kriegsereignisse.